Mit Industrie 4.0 und kundenindividueller Produktion klappt es nur, wenn die Wertschöpfung, die Lieferketten und IT eng verzahnt werden. Vor der Digitalisierung gilt es jedoch zunächst, die internen Prozesse zu optimieren.

Neue Herausforderungen für den Industrie-4.0-Gedanken

„Vertikale und horizontale Integration der unternehmensinternen Prozesse“, so lautet die Devise! Um den Industrie-4.0-Gedanken in die Praxis umzusetzen, muss sich die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette eines Unternehmens mit der Informations- und Kommunikationstechnik verzahnen.

Diese Vorgänge umzusetzen ist nicht trivial. Was also motiviert Unternehmen, sich dieser Aufgabe zu stellen? Die Antwort ist klar: Die digitale Transformation ist die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen die Wünsche ihrer Kunden auch in Zukunft optimal erfüllen können.

Die Anforderungen des Marktes werden ständig größer: Kunden wollen immer mehr unterschiedliche Varianten bestellen und das in ebenfalls variablen Stückzahlen. Das fängt bei Losgröße 1 an und geht bis hin zu großen Auftragsmengen. Gleichzeitig fordern Kunden kurze Lieferzeiten, am besten nach dem Motto „heute bestellt, morgen geliefert“. Und sie möchten, dass die Hersteller flexibel genug sind, um auch nach der Bestellung noch Anpassungen zu ermöglichen. Last but not least soll auch die Qualität stimmen. „0-Fehler-Produktion“, lautet das Stichwort.

Kundenbedürfnisse verstehen und umsetzen

Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, sollten Unternehmen, mit der Digitalisierung aller unternehmensinternen Prozesse beginnen. Hierfür müssen sie die Wertschöpfungs- und Lieferketten optimieren, die horizontale Integration. Und sie müssen den reibungslosen Informationsfluss bis in die Fertigung und wieder zurück sicherstellen, um eine hohe Prozessautomatisierung zu erreichen, die vertikale Integration. Ziel aller hierfür notwendigen Prozesse ist, die Kundenbedürfnisse zu verstehen, eventuelle Synergieeffekte (beispielsweise zwischen unterschiedlichen Anwendungsbereichen mit ähnlichen Anforderungen) aufzuspüren, diese zu systematisieren – und alle Prozesse im vollen Umfang umzusetzen.

Für die Umsetzung der horizontalen und vertikalen Integration sind durchgängige Geschäftsprozesse notwendig. Diese beginnen bei der Marktanalyse, reichen über die Produkt-Portfolio-Planung, die Entwicklung und Produktion bis hin zum Bestellwesen und dem After-Sales-Service. Zusätzlich müssen alle an diesen Prozessen beteiligten Mitarbeiter entsprechend geschult und miteinander vernetzt werden. Nicht nur der Einsatz digitaler Tools, sondern auch ein persönlicher Austausch ist dafür wichtig. Alle relevanten Informationen in diesem Zusammenhang, müssen für jeden zugänglich sein, der sie benötigt. Dafür sollten definierte Prozesse aufgesetzt und kontinuierlich optimiert werden. Nur so sind Unternehmen in der Lage, dem Markt „vorauszudenken“ und zukunftsgerecht zu planen.

Standardisierung und Individualisierung

Auf Basis der optimierten Prozesse können dann die Standardisierung und Individualisierung gleichermaßen vorangetrieben werden: beispielweise durch Modularisierung, multifunktionale Bauteile, durch Baukastensysteme oder Plattformen. Dabei sind sowohl große Stückzahlen als auch Losgröße 1 zu bedienen. So eine smarte Produktentwicklung soll verhindern, dass die externe Forderung nach einer möglichst großen Variantenvielfalt und Individualisierung zu einer ständig wachsenden internen Varianz führt. Solch negativen Effekten steuern intelligente Konzepte entgegen.

Ein Schritt auf diesem Weg kann sein, dem Kunden individuelle Lösungen zu bieten, indem Synergieeffekte genutzt werden. Hierfür werden die erhobenen Daten aus den unterschiedlichen Kundenanwendungen systematisch standardisiert. Auf dieser Grundlage lassen sich dann passgenaue Lösungen entsprechend der Kundenanforderungen schnell und individuell durch Konfigurationen realisieren.

 

Studie: Wachstum durch Verzicht, McKinsey Company1994

Studie: Wachstum durch Verzicht, McKinsey Company 1994

Fazit:

Sind die unternehmensinternen Prozesse vertikale und horizontale integriert, können Produkte smart entwickelt, das heißt standardisiert und optimiert werden. So ergeben sich intelligente Konzepte für passgenaue Lösungen.